Die Sessionmitschnitte
von Bong Arz
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Bong Arz

frei improvisierte Musik



11.11.1994 The New Age of Bong Arz


  • Hüllkurve
  • Insgesamt eine lange, sicher geführte Soundreise mit verantwortungsvollen Verinnerlichungen, der man sich als Hörer gerne und interessiert anvertraut.

  • Es tauchen immer wieder Jazz- und Blues-Elemente auf, die harmonisch und strukturell überschritten werden.
    Der Begriff "New Age" im Titel ist doppeldeutig: Es ist der Stil der New-Age-Musik gemeint, aber auch, dass etwas Neues entstanden ist.
    Lange Hallklänge und lang durchlaufende Sounds geben den Spielern und dem Hörer Sicherheit.
    Insgesamt ist das Stück von einem konzentrierten Bemühen um den Bestand der Haltestrukturen geprägt. Gleichzeitig suchen und finden die Musiker immer wieder interessante Wege, den musikalischen Gehalt der Haltestrukturen zu überwinden, den Halt selbst dabei aber nicht in Frage zu stellen.

  • Der Gitarrist spielt zusätzlich Percussion (Rassel) und singt am Ende auch einmal kurz im Background.

  • Anfang: leicht, melodisch, verträumt; Gesang und Gitarre; Keyboard macht dezente Sounds im Hintergrund
    02:30: Der dezente Keyboard-Hintergrundsound erobert als ein deutlich anderer Einfluss den Vordergrund und verändert die Szenerie.
    05:00: Eine beeindruckende schamanische Szenerie ist entstanden, mit Rasseln im Hintergrund (der Gitarrist als Percussionist).
    06:30: Jazzeinflüsse von Gitarre und Keyboard bilden einen sanft sich einschwingenden zusätzlichen Pol.
    07:00: Stillebreak; Aus der vorherigen schamanischen Stimmung heraus ist eine neue Basis entstanden. Mit viel Stille und sanft einfühlender Percussion (vom Gitarristen) entstehen meditative, zeitvergessende Passagen.
    10:50: Stimme und Keyboard bilden ein musikalisches Subjekt aus, das aus der Stille heraus erwacht ist. Die Gitarre folgt, später die Querflöte.
    13:30: Die Flöte schafft eine Synthese zwischen dem überpersönlichen musikalischen Humus des Bisherigen und dem erwacht subjektiven Spiel.
    15:50: Die Szenerie verwandelt sich zurück in eine alte/neue Überpersönlichkeit.
    17:25: Die Querflöte findet erneut in ein subjektiv, selbstbewusstes Spiel, umgeben von den alten Kräften, die Sicherheit und Beständigkeit vermitteln.
    19:40: Ein neuer Aufbruch wird spürbar, seismisch initiiert, empfunden und umgesetzt von einem subtilen aber prägenden Keyboardspiel.

    Bis hierhin ist immer noch alles beim Alten. Es hat keinen Bruch gegeben. Aber es ist doch alles mehrmals neu geworden. Folgerichtig ergibt sich im Weiteren ein deutlich freieres, nichtidiomatisches Spiel.

    23:10: Stillebreak; Nur das Keyboard spielt, sowohl plötzlich verinnerlicht, wie auch wesentlich freier. Die Gitarre folgt, später die Stimme.
    26:00: Wandel zum idiomatischen zurück. Das freie Spiel verschmilzt mit Blueslinien. Aus der Stimmung des Beginns ist ein freier Blues-Chant geworden, getragen von allen Spielern.

    30:18: Die Stimmung will den offen zur Verfügung stehenden Kräften folgen und erneut in eine freie "Tiefenfahrt" hineingehen, doch die Querflöte zieht selbstsicher aus dem nahe Vergangenen die meditative Stimmung in die Gegenwart. Dadurch, dass die Percussion fast sofort die schamanische Stimmung mit hinzufügt, scheint die weitere musikalische Richtung entschieden zu sein. Doch durch ein subtiles Harmonie-, Rhythmus- und Soundspiel leitet das Keyboard die Spieler hinein in eine musikalische Tiefe, die den Höhepunkt des Stückes darstellt. Eine authentische Selbstfindung in nur scheinbaren Zwischenwelten. [Ausschnitt: 30:55-36:00]

    36:00: Der letzte Teil ist ein langes, kraftvolles, sphärisches Verklingen, in dem viele Elemente des Stückes noch einmal zu einer Chant-Melange zusammenfinden.
    43:15: Der allerletzte Schluss ist ein leises sphärisches Verklingen in einen stillen Nachthimmel hinein. Nur Keyboard und Gitarre.