Die Sessionmitschnitte
von Bong Arz
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Bong Arz

frei improvisierte Musik



11.12.1992 ohne Titel 11.12.1992


  • Hüllkurve
  • Der Spielverlauf ist charakterisiert durch eine sich steigernde phasenhafte Ansammlung von Stilelementen und einer dabei auslotend erarbeiteten Vielschichtigkeit, die in der darauffolgenden Phase jeweils weiter szenisch verdichtet wird. Dabei wächst entsprechend zunehmend die Authentizität und Ausdruckskraft und experimentelle Kreativität. Charakteristisch für diese Session ist, dass das Spiel, auch während mäandernder Veränderungen hin zu einem freieren Spiel und wieder heraus, schwebend, trotz aller freien Auslotung, fast statisch überklammert zusammen bleibt. Es ergibt sich der scheinbare Widerspruch einer statisch auslotenden Veränderungsdynamik. Dies macht das Stück zugleich spannend zu verfolgen und Gelassenheit ausstrahlend.

  • Beginn: ruhig, sinnlich, getragen in der Schwebe gehalten. Aus einer verträumten Grundstimmung heraus bilden sich Ausdrücke einer emotional existentiellen Verankerung. 02:29 Flöte leidenschaftlich, Keyboard und Gitarre choralhaft. 04:10 Gesang auf stiller meditativer Grundstimmung, Keyboard glockige Schwebeklänge, Gesang Erzählduktus, Gitarre dazu.

  • ca. 06:00 modal reduzierte Stimmung. 06:50 Keyboard daraus hervor Soundszenisches, Gesang weiter modaler Erzählduktus, Gitarre strahlt Ruhe aus. 07:30 Keyboard dramatisiert durch Klangsamples, gleichzeitig linke Hand weiter Schwebeton. 08:20 Keyboard jetzt auch harmonisch dramatisierend. 09:38 Keyboard Soundänderung, spielt Melodiepattern, Flöte greift das Pattern auf.

  • 10:30 Flöte jazzig. Insgesamt ist eine interessante vielschichtige Stimmung entstanden. 11:35 Gitarrensolo, Keyboard begleitend mit Softjazz-Orgelstil. 12:25 Flöte entsprechend dazu. 13:10 Keyboard Soundänderung, bleibt im Softbereich, Gitarre und Flöte soft dazu. Es ist eine soft vielschichtige New-Age-innere-Bilder-Szenerie entstanden, Flöte spielt Pattern. 14:00 leichte Anflüge eines Worldjazz_Idioms. 18:00 gleiche Entwicklung wie bisher schon mehrmals, diesmal wieder in einer neuen Phase. 19:25 Keyboard vordergründiger, melodischer: Pattern mit Rechts, harmonisches Pattern dazu mit Links, Flöte im Hintergrund weiter wie bisher, Gitarre unterstützende Einwürfe. 21:40 Die Flöte spielt eine meditative Melodielinie über Gitarre und Keyboard hinweg, während diese harmonisch interessante rhythmische Pattern im Vordergrund spielen.

  • 23:30 freierer Teil: zuerst nur Keyboard, Gitarre stimmig dazu, Keyboard Mikrotöne auf bisheriger harmonischer Grundlage. 24:30 glockige Pattern und schmalzig verzerrte Free-Fetzer, Keyboard harmonisch und melodisch freieres Spiel mit verschiedenen Sounds (Instrumentenklänge), Stimme idiomatisch über allem hinweg im Hintergrund, 26:25 Gitarre und Keyboard intensivieren ihr freies Zusammenspiel. 26:45 Stimme chantend darüber, Keyboard geht darauf ein, Ensemblespiel wird wieder idiomatisch, aber in allen Parametern freier. ca. 28:15 Es ist ein neuer Stimmungsort entstanden, aber aus den alten Elementen, die er weiter in sich trägt. Das Worldjazzige spielt immer wieder leicht hinein. Ein freierer Umgang, auf dieser Grundlage, mit Harmonik, Melodie und szenischer Dramatisierung. ca. 30:00 Das Stück hat sich szenisch deutlich dramatisiert, ist noch stimmungsgeladener, dichter geworden, Stimme: emotionale, körperliche Grundklänge.

  • 31:30 Das Keyboard "wirft" einen riesigen, den gesamten Ensembleklang überspannenden Bassklang an. gleichzeitig choralhaft rechts. 32:10 Flöte entsprechend, 32:30 Gitarre fetzend choralhaft dazu. Der Bassklang überspannt eine dramatisierte, aber die Spannung auf den Punkt haltende Szene. 34:20 Die bisher erspielte Vielschichtigkeit wird zum Material für ein statisch auslotendes Ensemblespiel damit, überspannt vom Bassklang. 37:05 Das ansetzende Flötenspiel wirkt wie ein Break, durch seinen Wechsel in eine melodische, idiomatisch-jazzige Linie. Die anderen Instrumente werden damit ebenfalls idiomatischer. Auch in diese neue Phase hinein verdichtet sich wieder die Szenerie des dramatisierenden Auslotens im dramatischen Gehalt. Dies geschieht jetzt mit Hilfe scheinbar einfacher Patterns, die aber rhythmisch und melodisch immer vielschichtiger als Ganzes zusammenwirken. [Ausschnitt 31:23-42:37] 42:20 Ausklang, 42:37 Schluss.