Die Sessionmitschnitte
von Bong Arz
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Bong Arz

frei improvisierte Musik



1991 Senatsdemo


  • Hüllkurve
  • 1991 hatten wir die Möglichkeit, vom Berliner Senat Demobänder vervielfältigt zu bekommen. Das war Teil der Kulturförderung des Berliner Senats, der sich damals vielfältig für berliner Bands einsetzte.
    Bong Arz hatte damals noch nicht ganz seine typische Stückekultur ausgeprägt. Also, hineinzugehen in eine musikalische Szenerie, dann spielt sich so etwas wie ein Film ab, und dann ist, für alle Spieler gleichzeitig, irgendwann eindeutig Schluss. Die Szenerie löst sich auf. Sie hat sich erfüllt.
    Bis 1991 wechselten innerhalb einer Session mehrere Szenerien ab. Bildlich gesprochen sind wir nicht immer innerhalb einer Session in einem Land geblieben, sondern haben zwischendurch hörbar gesucht, wohin es denn weiter geht.
    Die Zeit, in der wir die Stücke für das Senatsdemo zusammensuchten war für uns eine Zäsur. Das einzige Mal während der Bong Arz-Geschichte trafen wir uns mehrere Male hintereinander nur zum Hören und zum Sprechen. Das war das einzige Mal, dass wir unsere Sessionmitschnitte ausführlich analysiert haben. Wir sprechen normalerweise nicht über unsere Musik. Jedenfalls analysieren wir sie nicht. Wir nehmen die Musik wohlwollend hin und sind von ihr ehrlich ergriffen, fast immer, und das seit mindestens 20 Jahren.
    Damals in der Zeit des Senatsdemos war das also anders. Das hat unserer kollektiven musikalischen Selbstwahrnehmung damals sicher einen Schub gegeben. Aber genauso sicher hatten wir bemerkt, dass wir uns in Zukunft wohler mit unserer Musik und miteinander fühlen würden, wenn wir nicht allzu ausführlich über unsere Musik sprechen. So haben wir es bis heute gehalten, und sind auch aus heutiger Sicht zufrieden damit.